Barrierefreier Tourismus

Wir alle kennen die Bedeutung des Wortes „Reise“: wir verbinden damit, positive Gefühle, Freiheit, Entdeckung, Erforschung und Entspannung.

Aber nicht für alle ist Reisen so einfach.

Es gibt ganze Personenkategorien mit mehr oder weniger offensichtlichen Einschränkungen, für die dies nicht so unmittelbar möglich ist: Denken wir beispielweise an blinde, sehbehinderte und gehörlose Personen, an Personen mit intellektuellen BehinderungenRollstuhlfahrer, aber auch ältere Menschen. Selbst jemand mit „einfachen“ Nahrungsmittelintoleranzen kann Schwierigkeiten haben!

Uns gefällt die Definition des „barrierefreien Tourismus“, die im „Primo Libro Bianco sul Turismo per Tutti in Italia” (Erstes Whitepaper über den Tourismus für jede Zielgruppe in Italien) vorgeschlagen wurde: Unter „Barrierefreiem Tourismus“ versteht man die Gesamtheit an Dienstleistungen und Einrichtungen, die „Kunden mit besonderen Bedürfnissen“ gestatten, den Urlaub und die Freizeit auf erfreuliche Weise, ohne Hindernisse oder Schwierigkeiten also unter eigenständigensicheren und komfortablen Bedingungen zu genießen.

Bewusstheit in Italien

Verglichen mit anderen EU-Länder, ist Italien nicht sehr fortschrittlich in Bezug auf barrierefreien Tourismus.

Die hauptsächlichen Einschränkungen betreffen die zahlreichen architektonischen Barrieren.

Eine Erklärung findet sich in der Tatsache, dass italienische Städte häufig antiken Ursprungs sind: enge Straßen, historische Gebäude und Brücken wurden vor Jahrhunderten entworfen und erbaut, als keine Bewusstheit für dieses Problem bestand. Ebendiese Gebäude von historischem Interesse unterliegen Denkmalschutzbestimmungen, weshalb es schwierig ist, Renovierungen anzudenken, die die Bedürfnisse von Personen mit Behinderungen verschiedenster Art Rechnung tragen.

Die Aufmerksamkeit wächst dennoch und es bewegt sich etwas in Richtung der Entwicklung eines barrierefreien Tourismus. Im Folgenden einige Beispiele:

  • Autobusse: In den wichtigsten italienischen Städten wird der Fuhrpark erneuert. Dabei werden Busse mit Plattformen für den Ein- und Ausstieg von Fahrgästen im Rollstuhl vorgesehen. 
  • Bahnhöfe: Auf den großen Bahnhöfen, die von den Ferrovie dello Stato ausgesucht wurden, ist eigenes Personal für Personen mit Behinderungen verschiedenster Art anwesend. 
  • Eisenbahn: Die Hochgeschwindigkeitszüge und neue Regionalzüge, die jetzt den Betrieb aufnehmen, sind mit Plattformen für Rollstühle ausgestattet. 
  • Städtisches Straßennetz: In ganz Italien werden die Bürgersteige mit taktilen Bodenleitsystemen für blinde Personen immer mehr. Immer mehr Fußgängerampeln sind mit einem akustischen Signalgeber ausgestattet.

Kleine Maßnahmen, damit ein Ort barrierefrei wird

Wir konnten sehen, dass der öffentliche Bereich erste Schritte zur Förderung der Nutzungsmöglichkeiten des Territoriums macht und Schwierigkeiten begrenzt.

Auch im privaten Bereich sind viele kleine Schritte zu tun. Wir schlagen hier einige kleine Maßnahmen vor, um das Reiseerlebnis allgemein zu verbessern:

  • Hotels
    • Rutschsichere Fußböden verlegen
    • Schwellen am Zugang zu Zimmern oder Balkonen beseitigen
    • Große Bewegungsflächen für die Handhabung von Rollstühlen vorsehen
  • Restaurants
    • Unterschiedliche Küchenutensilien für Fleisch und Fisch verwenden
    • Die in den Produkten vorhandenen Allergene in den Speisekarten anführen

  • Sehenswürdigkeiten
    • An den Treppen eine geneigte Rampe für den Zutritt zu den Räumlichkeiten anbringen
    • Mehr Textbeschreibungen in Brailleschrift anbringen
    • Führer mit Kenntnissen der Gebärdensprache zur Verfügung stellen

Nie aufgeben!

Einen maßgeschneiderten Tourismus zu entwerfen, ist eine große Herausforderung für die Zukunft. Eine Herausforderung, bei der verschiedene Akteure zusammenarbeiten müssen, um ein Grundrecht sicherzustellen, das viel zu häufig als selbstverständlich angenommen wird:

Den Urlaub und die Freizeit auf erfreuliche Weise, ohne Hindernisse oder Schwierigkeiten also unter eigenständigen, sicheren und komfortablen Bedingungen zu genießen.“

Der Fokusauf Personen mit Behinderung muss uns allen ein Beispiel sein, um Lösungen für ihre Bedürfnisse zu finden. Nie aufgeben!

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